Zwischenbilanz im europäischen Kontext

05.05.2026, 17:00 – 20:15 Uhr

Online-Veranstaltung

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Kinderrechte, Erhalt unser natürlichen Lebensgrundlagen – für diese Ziele setzt sich die-Fair-Handels-Bewegung seit Jahrzehnten ein. Aber die Bewegung war sich auch immer einig: Die Verantwortung für Menschenrechte und Umweltschutz in den Lieferketten darf nicht allein auf die Verbraucher:innen abgewälzt werden. Es muss auch Veränderungen auf politischer Ebene geben. Seit sieben Jahren setzen sich daher viele Fair-Handels-Akteure im Rahmen der Initiative Lieferkettengesetz für ein deutsches Lieferkettengesetz und eine europäische Lieferkettenrichtlinie ein. Zunächst mit Erfolg: 2021 verabschiedete der Bundestag das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), 2024 folgte die Europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) mit teils noch strengeren Bestimmungen. Diese hätten auch in Deutsches Gesetz übernommen werden müssen. Hätten, denn im vergangenen Jahr beschlossen die EU-Institutionen im Schnellverfahren eine deutliche Abschwächung der CSDDD – offiziell um sie zu vereinfachen.
Die Umsetzung der abgeschwächten Richtlinie in deutsches Recht, also die Anpassung oder Ersetzung des LkSG, muss bis Mitte 2028 erfolgen. Worauf kommt es dabei an? Was können die neuen Gesetzgebungen im Kampf gegen Ausbeutung von Mensch und Umwelt bewirken? Welche Handlungsmöglichkeiten eröffnen sich für zivilgesellschaftliche Akteure, sowohl in der Zusammenarbeit mit internationalen Partner*innen als auch in der Kampagnenarbeit?

Wir möchten die durch die europäischen Anpassungen entstandenen Unsicherheiten besser verstehen, unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und Orientierung bieten. Dabei geht es sowohl um praktische Umsetzungsfragen als auch um die strategische Weiterentwicklung unseres Engagements für menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in Deutschland und Europa.

Die Veranstaltung wird organisiert vom agl-Fokushub Wirtschaftliche Gerechtigkeit, faire Produktion und Handel.

Impulsgeber*innen: Carsten Stender (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Miriam Teweldebrhan (Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte), Franziska Humbert (Oxfam Deutschland), Finn Schufft (Germanwatch), René Heinrich (Unite)

Mit einer Breakoutsession zu Möglichkeiten des Beschwerdeverfahren für die Zusammenarbeit mit internationalen Partner*innen & Kampagnenarbeit: Was braucht’s vor Ort?

Wir freuen uns auf Diskussion und Austausch!

Hier geht es zur Anmeldung: https://eveeno.com/219554898